Zum Inhalt springen

ohne Titel, ohne Anrede; 2017

Porzellan, Holzschemel

Das Konzept zur keramischen Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Kleidung im alltäglichen Leben und greift die Frage auf, wie eine künstlich geschaffene Oberfläche die Wirkung auf das Gegenüber verändert. Durch die bewusste Wahl der Kleidung nehmen wir Einfluss auf die Art und Weise, wie wir von unserem Umfeld wahrgenommen werden wollen.

Die Beschäftigung mit den vielschichtigen Aspekten von Kleidung als Präsentationsfläche, als Verfremdung von Identität durch Überlagerung, sowie als Infragestellung von klassischen Rollenbildern zieht sich wie ein roter Faden durch die plastischen Objekte der Installation ohne Titel, ohne Anrede.

Das Nebeneinander von zeitgenössischer Keramik und den Objekten der Kulturhistorischen Sammlung des Museums für Geschichte erzeugt ein Spannungsfeld, in dem Fragen zum Wandel von Kleidung und Kleidungsnormen von einst und heute aufgeworfen werden. Das scheinbare Fließen der Porzellanobjekte verdeutlicht die sich ständig verändernden Kleidungsnormen mit den dahinterstehenden Werten und gesellschaftlichen Übereinkünften. Die Unterschiede in der Oberflächengestaltung heben die Diversität der einzelnen Objekte hervor und nehmen Bezug auf verschiedene Kleidungsstile.

Die keramische Installation soll als Intervention auf die Gewichtung, die wir als Gesellschaft der Kleidung zuschreiben, aufmerksam machen. Das Übertragen der Thematik des Kleidens, Verhüllens und Überdeckens auf keramische Objekte, deren Materialität mit der der Kleidung deutlich kontrastiert, legt neue Bedeutungsebenen frei und eröffnet Fragen nach Beständigkeit und Wandel.

 

Museum für Geschichte Graz, Universalmuseum Joanneum

gefördert durch:

Ortweinstipendium des Landes Steiermark 2016